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Söders Theorie, unsere Wahrheit

Am 6. Dezember hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Katastrophenfall ausgerufen. „Alle vier Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an Corona“ [1], so seine Rechtfertigung für weitere, verschärfte Maßnahmen. 

Einem Tageschau-Bericht zufolge haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am 9. Dezember 590 Tödesfälle binnen 24 Stunden gemeldet. [2]. Erschreckende Nachrichten sind das. Unser aller Leben scheint bedroht. Angst macht sich breit. Der Aufruf, zusammen zu halten ist richtig und wichtig. Allerdings war er das immer schon. Wir sind soziale Wesen, die einander brauchen. Die Frage, was es heißt, zusammen zu halten und wie es gelingen kann, wieder zu einem lebenswerten Leben zurückkehren zu können, beantworten jedoch nicht alle Menschen gleich.

Wir, dieBasis, wünschen uns einen ehrlichen Umgang miteinander. Es ist dringend notwendig, die Menschen nicht nur mit schockierenden und alarmierenden Nachrichten zu konfrontieren, sondern gleichzeitig aufzuklären, wie diese Zahlen, die uns jeden Tag präsentiert werden, nun tatsächlich zustande kommen. Worauf wir aufmerksam machen möchten ist, dass es in unseren Augen wichtig wäre, etwas genauer hinzuschauen: Ist es wirklich fair, einen Menschen, der im Straßenverkehr an seinen Verletzungen verstirbt und dann auf Corona positiv getestet wird, als Corona-Toten in die Statistik einfließen zu lassen? Wie viele von uns kennen Menschen, die jahrelang an einer Alkoholkrankheit leiden und schließlich durch ein Versagen der Organe sterben? Sind dann diese Menschen gestorben, weil sie keinen Halt in der Gesellschaft gefunden haben, weil sie dem Druck im Arbeitsleben nicht standhalten konnte und weil sie vielleicht nie gelernt hat, ihre Gefühle zu äußern? Oder sind dann diese Menschen an Covid 19 gestorben, weil man nach ihrem Tod Corona-Viren in deren Organismus gefunden hat? 

Es gibt im Leben immer viele Arten der Betrachtung. Wir als Partei wünschen uns, dass nicht nur die Politiker, sondern auch die Bürger wieder genauer hinschauen. Wie schnell lassen wir uns von einem Video oder einem anderen Beitrag verleiten, vorschnell eine Position zu beziehen. Gerade in diesen Zeiten, in denen es darauf ankommt, dass wir wertschätzend und achtsam miteinander umgehen, ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen. Zeit, etwas zu recherchieren, zu hinterfragen und Menschen nicht einfach in eine Schublade zu stecken. Wir sollten einander wieder besser zuhören und fragen statt zu verurteilen.

Zurück zum 6. Dezember. Wie kann es sein, dass das RKI an diesem Tag 255 an Covid verstorbene meldet [3], laut Divi-Intensivregister [4] jedoch nur 112 verstorben sind? Und warum stellt das RKI diese Zahlen nicht gegenüber, sondern verschleiert sie in Prozentzahlen? Wo sind denn die 143 Covid-Patienten verstorben, wenn nicht im Krankenhaus? Wer tatsächlich an Covid 19 erkrankt und zwar so schwer, dass er später an dieser Krankheit verstirbt, wird in einer so hohen Anzahl wohl kaum zuhause oder auf der Straße versterben.

Wenn ein Mann kurz vor seinem 79. Geburtstag verstirbt, dann ist das schmerzvoll. Verstirbt eine Frau mit knapp 84 Jahren, ist auch das ein bedauerliches Einzelschicksal. Dennoch blicken beide auf ein langes Leben zurück. Ein Leben, das laut Statistik [5] im Durschnitt genau dann ein Ende findet. 

Das sind nur einige Beispiele die zeigen, dass nicht immer alles so klar ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Jede Maßnahme sollte verhältnismäßig sein. Selbst der Präsidenten der Deutschen Krebsgesellschaft, Dr. Olaf Ortmann schildert, es mache keinen Sinn, das ganze Versorgungssystem in Deutschland so zu gestalten, dass wir nur Covid-Patienten behandeln. Seiner Aussage nach erkranken jährlich 500 000 Menschen an Krebs. Davon sterben täglich 700. [6] Demnach sterben täglich in etwa doppelt so viele Menschen das ganze Jahr über an Krebs als mit Covid 19. Genauer gesagt circa alle zwei Minuten. Zu berücksichtigen ist hierbei außerdem, dass die Todeszahlen der mit Covid 19 erkrankten Menschen stark schwanken. So starben beispielsweise am 29. Juni vier Personen mit Covid 19. [7] Um nur ein Beispiel zu nennen. Wäre es angesichts dieser Zahlen nicht umso wichtiger, unser Gesundheitssystem zu reformieren und den Fokus mehr auf Prävention und einen gesunden Lebensstandard zu legen? Neben den Krebserkrankungen sind es vor allem die Herz- und Kreislauferkrankungen, die unser Gesundheitssystem fordern. Weniger Stress und ein liebevollerer Umgang miteinander würden sicher zahlreiche Menschenleben retten. Noch können wir nicht überschauen, welche Folgen der erste Lockdown tatsächlich hatte. Es ist nicht erfasst, wieviele Menschen sich aufgrund der Perspektivlosigkeit das Leben genommen haben. Es ist nicht erfasst, wieviele Menschen bereits gestorben sind, weil wichtige Operationen verschoben wurden oder weil sie vor Einsamkeit resigniert und den Lebensmut verloren haben. 

Wir als Basisdemokratische Partei Deutschland streben an, dass die Berichterstattung in den Medien künftig für alle Bürger*innen verständlich wird. Maßnahmen welcher Art auch immer können nur dann von der Bevölkerung getragen werden, wenn sie nachvollziehbar sind. Und wir sollten aus Fehlern lernen, statt einen erneuten Lockdown zu beschließen und schließlich eine mehr als umstrittene Impfung als einzigen Weg aus der Krise zu benennen.

[1] 

https://www.zeit.de/video/2020-12/6214482954001/markus-soeder-alle-vier-minuten-stirbt-ein-mensch-in-deutschland-an-corona

[2] 

https://www.tagesschau.de/inland/rki-corona-todesfaelle-101.html

[3] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Dez_2020/2020-12-06-de.pdf?__blob=publicationFile

[4]

https://www.divi.de/divi-intensivregister-tagesreport-archiv/divi-intensivregister-tagesreport-2020-12-06/viewdocument/5296

[5] 

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/_inhalt.html

[6] 

https://www.youtube.com/watch?v=ebPB5egg4X4 (ab min 21:10)

[7] 

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-06-29-de.pdf?__blob=publicationFile