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Wie viel Söder müssen wir noch ertragen?

In der Welt stirbt alle 10 Sekunden ein Mensch an Hunger, aber leider verdrängen wir permanent diese schreckliche Nachricht, denn sie betrifft uns nicht direkt. Doch vor wenigen Tagen benutzte der bayrische Ministerpräsident genauso ein grauenerregendes Bild, um die Angst vor einer Lage, die uns alle seit Monaten sehr massiv betrifft, anzuheizen. Er begann eine Pressekonferenz, in der er den Katastrophenfall für Bayern ausrief, mit der Botschaft:

„Alle 4 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an Corona“

Am 9.11.20 setzte er noch einen drauf, als er bei Markus Lanz erklärte, dass alle 2,5 Minuten ein Mensch „an Corona“ stirbt, wenn man die tagesaktuelle Zahl nimmt.  Ich gestehe, 576 Menschen, die an einem einzigen Tag „an Corona“ sterben, machen auch mir Angst, selbst dann, wenn diese Zahl nur eine Momentaufnahme ist. Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Ist diese mit Fakten zu begründen? Persönlich habe ich den Eindruck, dass die sogenannte Pandemie nicht evidenz- sondern angstbasiert ist. Wäre es nicht die ethische Verantwortung eines potentiellen Kanzlerkandidaten, der Zugang zu den besten Experten und deren Daten hat, achtsam mit seinen Katastrophenmeldungen umzugehen?  Weiß er überhaupt was er anrichtet? Bestehen seine Zahlen einen Faktencheck?  

Im Jahr 2020 wurden laut Statistischem Bundesamt am ersten Höhepunkt in der 15. Kalenderwoche, also im April 2020, 1740 Menschen als Covid-19 Tote pro Woche bzw. 248 Tote pro Tag gemeldet. In den Sommermonaten sank diese Zahl dann bis auf 3 Tote pro Tag und in der 45 KW, also im November, stieg sie auf 1067 pro Woche bzw. 152 pro Tag. Kumulativ gab es in 2020 per 9.12.20 , also an dem Tag als Söder bei Lanz von 576 Toten sprach, insgesamt 20.460 Covid-19 Tote (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102667/umfrage/erkrankungs-und-todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland/). 

Im Durchschnitt starben -Stand heute-  in 2020 rund 65 Menschen pro Tag mit „Corona“. Wenn man seriöserweise die Menschen, die das durchschnittliche Lebensalter erreicht hatten und mit Vorerkrankungen wie Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes etc. starben, aus dieser Statistik herausnimmt, dann reduziert sich diese Zahl auf eine Größenordnung von zugegeben geschätzten 15-20 Menschen, die bisher pro Tag tatsächlich „an Corona“ und nicht „mit Corona“ gestorben sind. Diesen Covid-19 Toten stehen täglich 330 Menschen, die an den Folgen des Rauchens sterben, gegenüber. Warum wird das Rauchen nicht verboten, wo es doch mehr als 10 Mal gefährlicher als Covod-19 ist?  Den Vergleich mit den Grippe Toten der vergangenen Jahre erspare ich mir und von der „falsch positiv“ Quote des PCR Test will ich auch nicht reden, denn sonst würde auch jedem Demagogen klarwerden, dass Covid-19 in etwa so gefährlich ist, wie die Grippe. 

Mein Fazit lautet: Ich muss weder Epidemiologe, noch Berater der Bundesregierung sein, um die Botschaft des bayrischen Ministerpräsidenten richtig einzuordnen. Weil der Franke Markus Söder die evangelisch-lutherische Konfession hat, erlaube ich mir, einen deutschen Professor für Theologie namens Martin Luther zu zitieren:   

 „Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!“

Für mich ist Herr Söder, den ich vor Jahresfrist noch sehr schätzte, allerdings mehr als nur der gröbste Klotz unter unseren Politikern. Er ist, und das sage ich mit allem Respekt, inzwischen für Deutschland gefährlicher als Covid-19. Für mich persönlich ist Markus Söder das bisher größte Unglück in der deutschen Nachkriegszeit, denn seine Maßnahmen richten mehr Schaden an, als das Virus.

Gerhard Nadolny im Dezember 2020