Marode Sporthallen gefährden Kinder – warum Wegsehen keine Option mehr ist

Gastbeitrag von Aurelia Schleifert

Die bauliche Situation vieler Schulen und Sportstätten in Deutschland ist seit Jahren bekannt. Was jedoch in der Sporthalle der Grundschule Rathinghausen, in Bremen, sichtbar wird, überschreitet die Grenze von Vernachlässigung hin zu einer konkreten Gefährdung von Kindern.

Akutes Verletzungsrisiko durch bauliche Mängel

Bei einem Besuch der Sporthalle, die regelmäßig von Grundschulkindern und Kleinkindern – unter anderem im Kinderturnen – genutzt wird, traten massive bauliche Mängel offen zutage. Sichtbar sind tiefe und teils durchgehende Rissbildungen in Wänden, Risse an Übergängen von Wand zu Decke, Schäden im Bereich von Heizungs- und Rohrleitungen, abplatzender Putz bis auf das Armierungsgewebe sowie beschädigte Glasbausteine.

Diese Risse sind nicht oberflächlich, sondern ziehen sich über größere Bereiche und betreffen sensible bauliche Zonen. Insbesondere Rissbildungen im Umfeld von Heizungs- und Gasrohren stellen ein erhöhtes Risiko dar, da hier nicht nur bauliche, sondern auch sicherheitsrelevante Aspekte berührt werden.

Die Mängel wurden nicht nur von Eltern wahrgenommen, sondern auch von vor Ort verantwortlichen Mitarbeitenden benannt. Damit ist festzuhalten: Die Problemlage ist bekannt. Sie wird jedoch weiter hingenommen.

Eine Sporthalle ist ein Ort intensiver Bewegung: Springen, Rennen, Ballspiele und Gerätebetrieb gehören zum Alltag. Gerade in solchen Räumen müssen bauliche Stabilität und Sicherheit gewährleistet sein. 

Rissige Wände, beschädigte Glasflächen und Mängel an tragenden oder installationsnahen Bauteilen stellen ein akutes Verletzungsrisiko für Kinder dar.
Eltern vertrauen darauf, dass öffentliche Einrichtungen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Dieses Vertrauen wird erschüttert, wenn bekannte und dokumentierbare Mängel über längere Zeit nicht behoben werden. 

Kinder weiterhin in solchen Räumen Sport treiben zu lassen, ist nicht verantwortbar.

Ein Fall für den Petitionsausschluss

Dieser Bericht ging an die Senatorin für Kinder und Bildung in Bremen mit der Erwartung: 

  • eine umgehende bautechnische und sicherheitsrelevante Überprüfung der Sporthalle zu veranlassen,
  • eine transparente Bewertung der Gefährdungslage vorzunehmen,
  • sowie  – falls erforderlich – eine sofortige Sperrung der Halle zu veranlassen, bis die Sicherheit vollständig wiederhergestellt ist.

Der Brief wurde an die Senatorin für Kinder und Bildung, an die Bremische Bürgerschaft sowie an andere Bremer Behörden zugestellt.

Nachdem sich einige Bremer Verantwortungsbereiche für nicht zuständig erklärten, erhielt ich vom Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft die Rückmeldung, dass sie dieses Thema mit aufnehmen.

Presse und andere Behörden haben bis zum heutigen Tag nicht reagiert. Daran erkennt man, wie viel unsere Kinder und deren Sicherheit der Politik wert sind.


Anm. der Redaktion: Sport ist von essenzieller Bedeutung für die Gesundheit und das soziale Miteinander. Im Sport erleben wir Integration und Fairness und bekommen ein Gefühl für Regelbewusstsein und Mannschaftsgeist. Der Staat und die Kommunen haben in erster Linie die Aufgabe, Sportstätten bereitzustellen, diese zu erhalten und ihren sicheren Betrieb zu gewährleisten. (Auszug aus unserem Wahlprogramm)

 

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