von Stefan Nocon
Kaum ein Thema bewegt die Nation derzeit wie den Buckelwal „Timmy“, weitläufig auch als „Hope“ bezeichnet [1]. Obwohl natürlich die Meere überfischt, mit Plastikmüll (vornehmlich aus Asien) vermüllt sind und hunderttausende Meeresbewohner jedes Jahr ums Leben kommen, geht uns doch das Schicksal dieses wunderbaren Geschöpfs nahe.
Das ist eine zutiefst menschliche Reaktion.
Worum geht es bei dem gestrandeten Buckelwal?
„Timmy“/„Hope“ steht sinnbildlich für die Lage unseres Landes. Eigentlich könnte man ihn genauso gut „Michel“ benennen.
Denn genauso wie sich der Wal in die für ihn sehr ungesunde Ostsee verirrt hat (allein schon wegen des geringeren Salzgehaltes), befindet sich die deutsche Politik schon seit Jahren „in trüben und verschmutzten Gewässern“.
Dass sich die vielen Offshore-Windparks übrigens negativ auf die Natur auswirken, gilt inzwischen als unbestritten [2], lediglich das Ausmaß gilt es zu beziffern. So ist auch nicht ausgeschlossen, dass Wale hier zunehmend in ihrer Orientierung gestört werden.

Parallelen zur deutschen Politik
Wie mit dem „Problem“ Wal umgegangen wird, ist typisch für auch für unsere Politik:
- Es passiert erstmal wochenlang gefühlt gar nichts.
- Es wird ständig um Zuständigkeiten gerungen oder gestritten, was zu weiteren Verzögerungen führt.
- Tausende Leute verbreiten ihre Vorschläge und Thesen, aber man kommt nicht ins Machen.
- Selbsternannte Experten, Influencer und sonstige Selbstdarsteller tauchen auf und erhaschen Klicks und Aufmerksamkeit.
- Wenn private Initiativen Geld und Ideen einbringen, dürfen sie teils nicht helfen oder werden von den Behörden ausgebremst und behindert.
Fazit:
- Wir brauchen klare Zuständigkeiten.
- Wir brauchen in der Politik keine selbsternannten oder Möchtegern-Experten – wir brauchen richtige Experten/Fachleute – gerade in wichtigen Kernbereichen wie Wirtschaft, Finanzen und Soziales. Keine Talkshow-Ökonomen, Karrierepolitiker ohne Berufserfahrung oder Personen mit Parteibuch statt Fachkompetenz.
- Die Themen müssen endlich angepackt und gelöst werden, statt nur jahrelang über Details zu lamentieren.
- Der Staat handelt nur noch reaktiv, nicht gestaltend.
- Die Regierung verwaltet nur noch Krisen, statt sie mit guter Politik zu verhindern.
- Statt Symbolpolitik die wahren Probleme angehen. Der Wal bekommt absolute mediale Aufmerksamkeit, während Dinge wie die Deindustrialisierung, der Zerfall wichtiger Infrastrukturen, und die Pleitenwelle nicht thematisiert werden.
- Wir brauchen endlich den schon oft versprochenen Bürokratieabbau.
Es gibt zu viele Behörden, überlappende und unklare Zuständigkeiten, dadurch keine Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Darüber hinaus wünschen wir dem Wal „Timmy/Hope“ natürlich auch alles erdenklich Gute.
Quellen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Timmy_(Buckelwal)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark#Auswirkungen_auf_die_Artenvielfalt