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Statt Kahlschlag der Wälder ein Exportstopp für heimisches Holz

Kahlschlag stoppen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mehr gesunde Fichten schlagen lassen. Damit soll dem drastischen Preisanstieg um bis zu 100 Prozent und Lieferengpässen beim Bauholz entgegengewirkt werden. Bislang wird ein verstärktes Abholzen beschränkt, was nun „schnellstmöglich“ rückgängig gemacht werden soll, melden Rheinische Post und Süddeutsche Zeitung. Sie beziehen sich auf ein Papier, dass der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Hintergrund: Die Bauwirtschaft beklagt einen eklatanten Preisanstieg und eine dramatische Knappheit des begehrten Baustoffes.

Die basisdemokratische Partei Deutschlands, dieBasis, fordert stattdessen einen sofortigen Exportstopp für deutsches Holz. Was nicht berichtet wird: Der Hauptgrund für die Materialknappheit ist weniger die deutsche Reglementierung der Abholzmengen, sondern die Tatsache, dass die USA und China den deutschen Markt leer kaufen. „Werden jetzt mehr Bäume hierzulande gefällt, ist fraglich, ob das Holz dann auch deutschen Unternehmen und Handwerkern überhaupt zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen zur Verfügung steht“, gibt Sonja Jakob, Mitglied bei dieBasis zu bedenken. Sie weiß, wovon sie spricht: Ihr Mann ist Unternehmer einer Zimmerei. Sie wird täglich mit diesen Problemen konfrontiert.

Politiker schauen beim Kahlschlag zu

Nicht nur in Deutschland, auch in der EU schaut die Politik tatenlos beim potenziellen Kahlschlag der Wälder zu. Die Politik ist jetzt gefordert, zwischen den Marktpartnern einzugreifen. Über 50 Prozent des Waldes gehören Bund, Land und Kommunen. „Diese Ressource muss in erster Linie den heimischen Verarbeitern und Endverbrauchern zu adäquaten Preisen zur Verfügung stehen“, fordert die Basisdemokratin.

Die aktuelle Situation überrascht, denn in den vergangenen Jahren wurden wegen einer Borkenkäferplage, Trockenheit und Stürmen sehr viele Fichten geschlagen. Dementsprechend waren die Holzlager übervoll und der Preis fiel stark. Nach einer Rechtsverordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die nach Zustimmung des Bundesrats erst im April dieses Jahres in Kraft trat, dürfen Waldbesitzer und Forstbetriebe im laufenden Wirtschaftsjahr bis Ende September nicht mehr so viel Fichtenholz wie zuvor einschlagen – nur noch maximal 85 Prozent der durchschnittlichen Erntemenge der Jahre 2013 bis 2017. Davon berichtete zuletzt auch das Handwerkersblatt.

Explodierende Preise

Seitdem zeichnen sich durch Materialengpässe katastrophale Zustände, nicht nur bei den Zimmerern und Dachdeckern ab. Bereits im März stiegen die Materialpreise rasant an. Die Holzlieferanten machen kaum noch verbindliche Preis- oder Lieferzusagen. Für die noch verfügbaren Artikel explodieren die Preise, teilweise auf mehr als das Doppelte. Bauvorhaben müssen gestoppt, Mitarbeiter trotz voller Auftragsbücher in Kurzarbeit geschickt werden.

Bleibt es bei dieser angespannten Materialenge, werden auch gesunde Betriebe über kurz oder lang Insolvenz anmelden müssen. Für viele Unternehmer ist es nahezu unmöglich, Angebote zu kalkulieren oder Termine einzuhalten. Nur größere Betriebe können es sich leisten sich mit größeren Mengen von Holz zu bevorraten, so sie es denn bekommen.

Produktionsanlagen stehen still

Von der Preisexplosion für Holz und Dämmstoffe sind auch Baustahl, Farben, Rohre, Dachpappe und Schrauben betroffen. Weitere Ursachen für die katastrophale Lage in der Baubranche waren Ausfälle von großen Produktionsanlagen. Ebenso funktionieren die Lieferketten Corona-bedingt nicht mehr wie gewohnt. dieBasis möchte das ändern. „Wir halten es für zwingend notwendig, dass bei jeglicher Gesetzesgestaltung und -verabschiedung aus den jeweils betroffenen Berufsgruppen auch Praktiker mit involviert werden“, betontSonja Jakob. Das gilt auch für die Holz- und Baubranche. Würden die Fachleute rechtzeitig mit einbezogen, würde ein Ausverkauf der deutschen Ressourcen verhindert werden und die Unternehmen blieben stark und handlungsfähig.

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