Raus aus der tödlichen Sackgasse!

Gastbeitrag von Helmut Meer

Die Investitionen in die Kriegswirtschaft, die man auf dem Rüstungsmarktplatz in Wolfsburg erahnen kann, sind am Ende eine tödliche Sackgasse, denn nach der Aufrüstung kommt Krieg. (Zeitungsartikel der Braunschweiger vom 8.5.26) 1

Die Märkte sind gesättigt. Wir haben von allem bereits viel zu viel, und der Bevölkerung schwindet die Kaufkraft. Warum ist das so? Obwohl wir heute laut Bundesamt für Statistik über ein Netto-Gesamtvermögen von mehr als 20 Billionen Euro verfügen, also 5 × mehr als unsere gesamte Wirtschaftsleistung ausmacht, kommen mehr und mehr Haushalte nicht mehr über die Runden. Am Jahresende 2019 waren in der deutschen Volks­wirtschaft Anlagegüter, einschließlich Forschung und Entwicklung, mit einem Neuwert von 20,8 Billionen Euro für Produktions­zwecke vorhanden, sagt das Bundesamt für Statistik.

Definition Kapitalstock / Anlagevermögen

Der Kapital­stock beziehungs­weise das Anlagevermögen 2 spielt als Produktions­faktor eine wesentliche Rolle. In den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen umfasst das Anlagevermögen Wohnbauten und Nichtwohnbauten; Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Ausrüstungen sowie militärische Waffensysteme; geistiges Eigentum, bestehend aus Forschung und Entwicklung, Urheberrechten, Software und Datenbanken sowie Suchbohrungen; außerdem Nutztiere und Nutzpflanzungen. Damit ist im Anlagevermögen definitionsgemäß der Bestand aller produzierten Vermögensgüter gemeint, die länger als ein Jahr wiederholt oder dauerhaft in der Produktion eingesetzt werden. Der Kettenindex für das preisbereinigte Bruttoanlage­vermögen dient als Indikator für die Entwicklung des Kapitalstocks. 3

Man kann die krasse Schieflage von Geldvermögen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch als groteskes Staatsversagen bezeichnen. Wo ist das viele Geld? Wie viel Geld wird in den Finanzmärkten gehortet? Das Großkapital verweigert sich der Staatsfinanzierung. Die Steuerverwaltung kommt an die Finanzmärkte, Steueroasen und Schattenbanken nicht heran. Geld regiert die Welt – eine alte Weisheit, und Kanzler Merz aus dem Hause BlackRock ist der Schutzpatron der Reichen, ja?

In Summe zahlen der Staat, die Wirtschaft und die privaten Haushalte täglich hunderte Millionen Euro an Kreditzinsen. Das Geld fließt aus der Realwirtschaft ab an die Banken und Finanzmärkte.

Damit die Realwirtschaft wegen der ausbleibenden Investitionen finanziell nicht austrocknet, müssen die gezahlten Kreditzinsen zwingend endlos über immer neue Investitionen in die Realwirtschaft zurückgeführt werden. Auf eine wissenschaftlich fundierte Trennlinie zwischen den Finanzmärkten einerseits und der Realwirtschaft andererseits wird bewusst verzichtet, um den gigantischen Betrug zu verschleiern. Mangels Aussicht auf Rendite verweigern die Finanzmärkte die Investitionen. Die Politik sieht in der Kriegswirtschaft einen Ausweg, um Investitionen rentabel zu machen. Leider ist das eine tödliche Sackgasse. Der Systemkollaps steht vor der Tür, darf aber nicht erkennbar werden. Soll der Krieg am Ende die Lösung bringen?

Beitragsbild Raus aus der tödlichen Sackgasse!

Aufgaben der Bundesbank

  • Die Deutsche Bundesbank ist Deutschlands Zentralbank und verwaltet das Konto des deutschen Staates. 
  • Sie vergibt Kredite an die „normalen“ Banken (Geschäftsbanken), nicht aber an Privatpersonen. 
  • Ihre Hauptaufgabe ist es, für stabile Preise zu sorgen. Hierfür setzt sie die Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) um. 
  • Die Bundesbank bringt Banknoten in Umlauf. Deshalb wird sie auch Notenbank genannt.  keine Steuern.
  • Die Bundesbank verwaltet Deutschlands Goldreserven – mit rund 3.350 Tonnen den zweitgrößten Goldbestand der Welt. Ob der noch da ist?
  • Sie beaufsichtigt Geschäftsbanken und Finanzinstitute und stellt einen reibungslosen Zahlungsverkehr sicher. 

Die Kernaufgabe der Deutschen Bundesbank lautet aber: Sie soll in Zusammenarbeit mit der EZB für Preisstabilität sorgen.

Offene Fragen an die Bundesbank

Wie steht die Bundesbank zu der inzwischen extremen Schieflage zwischen unserem BIP einerseits und dem o.g. Netto-Gesamtvermögen i.H.v. 20,8 Billionen Euro andererseits? Mit welch ungeheuren Tricks wird die XXL-Inflation verhindert? Wir haben grob 5 × mehr Geld, als unsere gesamte Wirtschaftsleistung ausmacht. Die Bundesbank ist unabhängig von der Politik, angeblich weil die Politik mit Blick auf die Wahltermine schlecht mit Geld umgehen könne. Aber die exorbitant gestiegenen Aktienkurse, und die völlig überhöhten Immobilienpreise bezeugen ein schlimmes Versagen der Bundesbanker. Wenn ein Fußballspieler 25 Millionen Jahresgage kassiert und ein Ticket für das Weltmeister-Endspiel hinter dem Tor mehr als 2 Millionen US-Dollar kosten soll, dann ist höchste Alarmstufe. Wir sollten die Bundesbank um eine Stellungnahme bitten.

Die Eskalation der Geldvermögen

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Die Bundesbank, ebenso wie die EZB und die ganze Finanzpolitik, legt zweifellos größten Wert auf die anhaltende Desinformation der Bevölkerung. Wir müssen erkennen, dass der Hauptzweck der heutigen westlichen Wirtschaft vordringlich darin besteht, zu verhindern, dass die endlos wachsende Geldmenge und die Masse an Schuldscheinen ihren Ramschstatus offenbaren.

Im Klartext: Der Systemkollaps darf nicht erkennbar werden.

Fazit

Die Kriegswirtschaft ist keine Lösung, im Gegenteil, sie bringt uns am Ende Krieg und Tod. Wir müssen uns mit den fatalen Mechanismen unseres Geldsystems befassen. Zins und Zinseszins sind eine wuchernde Krebsgeschwulst. Dividiert man die Schlüsselzahl 73 durch den jeweiligen Zinssatz, erhält man grob die Verdopplungszeit für das eingesetzte Kapital.

  1. https://www.braunschweiger-zeitung.de/wirtschaft/article411943746/vom-mittelstand-fuers-militaer-wolfsburgs-diskreter-ruestungs-marktplatz.html ↩︎
  2. Anlagevermögen – Statistisches Bundesamt ↩︎
  3. www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/anlagevermoegen-vermoegensrechnung.html ↩︎
 

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