Von Redaktion
Im Mai 2026 reisten Johannes Wollbold und Uwe Werner Schierhorn von der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden der Partei dieBasis nach Belarus. Eingeladen hatte sie der belarussische Philosoph, Historiker und Friedensaktivist Valery Dzerkach. Ziel der Reise war der persönliche Austausch über Erinnerungskultur, die Folgen des Zweiten Weltkriegs und die Frage, wie Vertrauen und Verständigung zwischen Menschen auch in Zeiten wachsender internationaler Spannungen gelingen können.
Der persönliche Reisebericht von Johannes Wollbold führt den Leser nach Brest und an weitere Orte, die bis heute vom Zweiten Weltkrieg geprägt sind. Er schildert Begegnungen mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und beschreibt Besuche historischer Gedenkstätten, an denen die Erinnerung an Krieg, Besatzung und menschliches Leid bis heute lebendig gehalten wird. Dabei wird deutlich, welche Bedeutung die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs für das historische Selbstverständnis von Belarus besitzen und wie eng Erinnerungskultur und Friedensarbeit miteinander verbunden sind.

Im Mittelpunkt stehen persönliche Gespräche über Versöhnung, internationale Zusammenarbeit und den Umgang mit den Erfahrungen der Vergangenheit. Der Bericht zeigt, dass historische Erinnerung eine Grundlage dafür sein kann, Verständnis füreinander zu entwickeln und neue Wege des Dialogs zu eröffnen. Gerade in einer Zeit, in der gegenseitiges Misstrauen das Verhältnis vieler Staaten belastet, gewinnen direkte Begegnungen zwischen Menschen eine besondere Bedeutung.
Ein weiterer Schwerpunkt des Beitrags ist die Rolle der sogenannten Volksdiplomatie. Während offizielle politische Beziehungen häufig von unterschiedlichen Interessen und Konflikten bestimmt werden, eröffnet der persönliche Austausch andere Möglichkeiten. Die Reise macht deutlich, dass Gespräche auf Augenhöhe, gemeinsame Erinnerungsarbeit und gegenseitiges Zuhören Brücken bauen können. Sie zeigt zugleich, dass Frieden nicht allein durch Regierungen entsteht, sondern auch durch den Willen von Menschen, miteinander in Kontakt zu bleiben.
Der Bericht greift darüber hinaus Fragen auf, die weit über diese Reise hinausreichen. Welche Verantwortung trägt Europa für eine gemeinsame Erinnerungskultur? Welche Lehren lassen sich aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs für die Gegenwart ziehen? Welche Rolle können Dialog, kultureller Austausch und zivilgesellschaftliche Kontakte für eine friedliche Zukunft Europas spielen? Ohne auf einfache Antworten zu setzen, lädt der Beitrag dazu ein, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen.
Der vollständige Reisebericht nimmt die Leser mit auf diese Reise nach Belarus. Er beschreibt die einzelnen Stationen, die Begegnungen mit den Gastgebern und die Besuche der Gedenkstätten. Vor allem aber regt er dazu an, darüber nachzudenken, welche Impulse persönliche Begegnungen für Verständigung, Versöhnung und Frieden geben können.
Hier den vollständigen Bericht lesen.
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